Burgund, die Salier und das Reich – Eine Netzwerkanalyse zur Integration Burgunds in das Reich anhand burgundischer Bistümer

„Praeterea tibi, rex, mandat Burgundia, surge / Atque veni, propera; noviter subiecta vacillant / Interdum domino per tempora multa remoto. / Funditus est verum veterano tempore dictum: / ‚Quicquid abest oculis, removetur lumine cordis‘.“ Diese mahnenden Worte richtete der Geschichtsschreiber Wipo am Weihnachtsfest 1041 an Heinrich III. und forderte seinen Herrscher auf, nach Burgund zu ziehen. Seit dem Übergang des Königreiches Burgund an das Kaiserreich 1033 waren acht Jahre vergangen, und das Ersuchen Wipos zeigt seine Sorge einer stiefmütterlichen Behandlung Burgunds. Mithin stellt sich die Frage der Integration Burgunds in das Reich unter der salischen Herrschaft. Welche Mechanismen lassen sich feststellen und auf welche immateriellen burgundischen Reichtümer und Ressourcen konnten die salischen Kaiser zurückgreifen, um Burgund in das Reich einzubeziehen? Um dieser Frage nachzugehen, bieten die Netzwerke burgundischer Bischöfe einen vielversprechenden Ansatz. Nicht zuletzt die (Erz-)Bischöfe von Basel und Besançon zeigen bedeutsame Beispiele der zu untersuchenden Vernetzungen. Im Baseler Bistum investierte Konrad II. einen Bischof und nutzte die Stadt als Tor zu Burgund. Sein Sohn Heinrich III. ernannte den Erzbischof von Besançon zum Erzkanzler der burgundischen Kanzlei. Ziel dieses Vortrages soll es also sein, die immateriellen Reichtümer Burgunds, die zu einer Integration in das Reich genutzt wurden, zu untersuchen.

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