Frauen, Eigentum und Reichtum im Spannungsverhältnis zwischen herkömmlichen Glaubensnormen und Christentum im östlichen Ostseeraum

1249 wurde der Christburger Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Orden und den Adligen der preussischen Stämme verfasst. Die im östlichen Ostseeraum neue Reglementierung der Verbindung zwischen Mann und Frau (Ehebedingungen) und die Einführung nie gehörter Verbote handeln nicht nur von ethischen Werten, sondern auch von viel irdischeren Problemen des Eigentums und des Reichtums. Was bedeutet überhaupt 'reich sein' in der christlichen und heidnischen Gesellschaften? Laut dem Vertrag wurden die Frauen / Gemahlinnen von Preussen als Eigentum, über welches man(n) unterschiedlich disponieren konnte (kaufen, verkaufen, erben), verstanden. Ist dies nur ein vielsagendes Vorurteil der Christen über die Heiden, oder war die Polygynie tatsächlich charakteristisch für die Preußen und wenn ja, war dies Merkmal ihres Reichtums? Welche Gruppen der Gesellschaft disponierten über solche Sozialressourcen? Welches Tauschsystem war in den baltischen Gesellschaften gebräuchlich? Kann man über zwei qualitativ unterschiedliche Verständnisse von Reichtum sprechen?

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