Macht der Reichtum an Quellen die Archive arm? Audiovisuelles Material in Forschung, Lehre und Öffentlichkeit

Die Archive unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Verein Memoriav seit 20 Jahren beträchtliche Anstrengungen zur Erhaltung audiovisuellen Kulturguts. Dem mittlerweile vorhandenen Reichtum an audiovisuellen Quellen in den Archiven steht allerdings der Eindruck gegenüber, dass diese – trotz «visual turn» und «sound history» – nur selten für die historische Forschung und Lehre genutzt werden. Liegt ihr Wert angesichts unserer von Bildern geprägten Kultur lediglich im illustrativen Charakter, so dass sie vor allem für publizistische Zwecke genutzt werden? Was ist die Herausforderung audiovisueller Archivquellen für die Geschichtswissenschaften? Und welchen Beitrag können Archive und Dozierende leisten, um den unbestrittenen Reichtum von Bildern und Tönen als historische Quellen besser nutzbar zu machen? Gerade für die Untersuchung der Konstituierung und Inszenierung von Reichtum dürften audiovisuelle Quellen sehr ergiebig sein.

Während die Auswahl und Sicherung von Ton-, Film- und Videodokumenten für die Zeit bis 1980 noch relativ einfach ist, stellen sich mit dem Einzug von Video und Handy in die Privathaushalte sowie der scheinbar unbegrenzten Verbreitung von scheinbar immer verfügbaren Audiovisuals im Internet für die Archive ganz neue Fragen.

Das Panel möchte Archive mit NutzerInnen von Audiovisuals aus Forschung und Lehre sowie aus Film, Medien und Museen über den Wert und den Gebrauch von audiovisuellen Quellen ins Gespräch bringen. Anhand konkreter Beispiele soll über zwei Dinge nachgedacht werden: Wie audiovisuelle Quellen zur Untersuchung von Reichtum genutzt werden können und wie die begrenzten Ressourcen der Archive angesichts des ins Unendliche tendierenden Reichtums audiovisueller Quellen optimal eingesetzt werden.

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